Pflegedienst: Eigenkapital ist wichtig für die Finanzierung

Beim Kauf eines ambulanten Pflegedienstes ist das Eigenkapital, das den potenziellen Käufern zur Verfügung steht, ein wichtiges Kriterium. So kann gegenüber Banken, aber auch in den Kaufverhandlungen selbst nachgewiesen werden, dass eine solide finanzielle Grundlage für die Zeit nach der Übernahme besteht, inklusive aller dazugehörigen finanziellen Komponenten.

Kauf eines Pflegedienstes: Eigenkapital als Sicherheit für Bank und Käufer

Für den Kauf eines ambulanten Pflegedienstes sollten an Eigenkapital mindestens 50 Prozent des letztendlichen Kaufpreises bereitliegen. Dazu kommen im Idealfall noch andere Sicherheiten, wie Immobilien oder Lebensversicherungen, welche die Verhandlungsposition des Käufers in den Gesprächen mit der Bank stärken können. Je weniger Eigenkapital vorhanden ist, desto schlechter können die Konditionen für eine Finanzierung ausfallen und desto unsicherer wird das Bild der Zukunft. Ein Pflegedienstkauf sollte daher auch auf der Ebene möglicher Finanzierungsoptionen gründlich geplant werden.

Eigenkapital dient sowohl der Bank, als auch den Pflegeunternehmern selbst als Sicherheit. Es ist Trumpf in Verhandlungen und bildet eine Rücklage für schlechtere Zeiten oder zur spontanen Finanzierung unerwarteter Kosten. Dabei gilt es bereits in den Kaufverhandlungen, vorgelegte Dokumente zur Wertbestimmung gründlich zu lesen. Bei ambulanten Pflegediensten machen die harten Faktoren, also Fahrzeuge, Technik oder Softwarelizenzen, oftmals nur einen relativ kleinen Teil des Unternehmenswertes aus. Vor allem gilt dies, wenn das Unternehmen zur Miete untergebracht ist und die Fahrzeuge geleast sind. Hier sollte auf Käuferseite besser einmal zu viel als einmal zu wenig geprüft werden.

Der Wert eines Pflegedienstes bestimmt sich zu einem großen Teil aus auf der Vergangenheit aufbauenden Zukunftsprognosen. Neben den Projektionen zu Gewinnen und Verlusten sind die erwartete demographische Entwicklung im Einzugsgebiet und die Zusammensetzung des Mitarbeiterstamms wichtige Teile der Wertbestimmung. Auch hier ist eine genaue Prüfung von großer Bedeutung. Die künftige Ausrichtung des Unternehmens mit einem Angebot an Zusatzleistungen sollte mit den Kompetenzen der Mitarbeiter abgeglichen werden. So können Kosten für mögliche Weiterbildungen bereits frühzeitig in das Budget aufgenommen werden.

Lässt sich absehen, dass bei einer Übernahme eines Pflegedienstes das Eigenkapital eher früher als später angegriffen werden könnte, sollten entweder der Kauf oder das Unternehmenskonzept überdacht werd

Fazit: Kauf eines Pflegedienstes und das Eigenkapital

Auch beim Kauf eines Pflegedienstes gilt: Eigenkapital hilft immer. Es zeigt der Bank, dass gewisse Sicherheiten vorhanden sind und ist zugleich die Rücklage für Zeiten, in denen die Umsätze durch Krankheit oder anderweitige Umstände geringer ausfallen. Da die laufenden Kosten in der Regel auf einem konstanten Niveau verlaufen, benötigt es hier ein gutes Konzept.

Käufer mit weniger Eigenkapital bekommen bei Banken in der Regel schlechtere Konditionen. Vor einem Unternehmenskauf und der Aufnahme einer entsprechenden Finanzierung ist also genau zu überlegen, welche Rahmendaten akzeptabel sind.

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Stefan Boddenberg ist als Mitglied des Deutschen Gutachter und Sachverständigen Verband e.V. berechtigt, die Bezeichnung "Sachverständiger für Unternehmensbewertung Pflegedienste" zu führen.

DGSV
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