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Pflegedienst-Verkauf im Steuer-Check

Umsatzsteuerlich muss man sich meist keine Gedanken machen, da eine Geschäftsveräußerung im Ganzen grundsätzlich nicht der Umsatzbesteuerung unterliegt. Auch wenn meist keine Gewerbesteuer für den Verkauf anfällt – bei der Einkommensteuer will der Fiskus ein Stück vom Kuchen abbekommen. Vom Veräußerungspreis wird zunächst der Stand des Kapitalkontos aus der Bilanz abgezogen. Gegebenenfalls muss die Bilanz erst noch aufgestellt werden. Zieht man dann noch die Veräußerungskosten ab, ergibt sich der steuerpflichtige Veräußerungsgewinn.

Wie wird dieser Veräußerungsgewinn besteuert?

Grundsätzlich nach der sogenannten Fünftelregelung. Diese bietet insbesondere bei geringen Veräußerungsgewinnen und geringen zu versteuernden Einkommen im Progressionsbereich der Einkommensteuer Vorteile. Der Effekt: Der normalerweise mit jedem zusätzlichen Euro steigende Steuersatz steigt nun lediglich mit jedem fünften zusätzlichen Euro an. Anders ausgedrückt: Der Steuersatz steigt nur noch mit einem Fünftel der normalen Steigerungsrate bis er den Spitzensteuersatz erreicht hat.

Beispiel: Wer zum 1.1.2018 einen Veräußerungsgewinn von 500 T€ erzielt (keine weiteren Einkünfte), hätte theoretisch eine tarifliche Steuerbelastung von ca. 220 T€. Nach der Fünftelregelung sind es nur 176 T€. Diese Steuerersparnis von fast 44 T€ ist aber schon ein extremes Beispiel für die Fünftelregelung.

Welche weiteren steuerlichen Erleichterungen gibt es?

Wer das 55. Lebensjahr im Zeitpunkt der Veräußerung vollendet hat oder dauernd berufsunfähig ist, kann einen Freibetrag von 45.000 Euro beantragen. Allerdings ermäßigt sich dieser um den Betrag, um den der Veräußerungsgewinn 136.000 Euro übersteigt. Ab einem Veräußerungsgewinn von 181.000 Euro ist der Freibetrag daher vollständig abgeschmolzen. Ebenfalls ab dem Alter von 55 Jahren kann der Veräußerungsgewinn auf Antrag nur mit 56 Prozent des durchschnittlichen Steuersatzes (mindestens 14 Prozent zzgl. Solidaritätszuschlag) besteuert werden. Die Anträge sollte man aber genau überdenken, da sie jeweils nur einmal im Leben beansprucht werden können. Für unser Beispiel ergäbe sich damit nur noch eine Einkommensteuerbelastung von etwas über 123 T€ - also noch einmal 53 T€ weniger als nach der Fünftelregelung.

Co-Autor dieses Textes ist der Hamburger Steuerberater Thomas Mochnik (ETL/advimed).


 

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Stefan Boddenberg ist als Mitglied des Deutschen Gutachter und Sachverständigen Verband e.V. berechtigt, die Bezeichnung "Sachverständiger für Unternehmensbewertung Pflegedienste" zu führen.

Stefan Boddenberg
DGSV
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