Pflegedienst verkaufen als Einzelunternehmen oder GmbH?

Möchten Sie Ihren Pflegedienst verkaufen, ist dieser Schritt oftmals auch mit konkreten finanziellen Überlegungen verbunden. Diese betreffen sowohl das Tagesgeschäft als auch die Führung hinter den Kulissen. Eine dieser Fragen ist die Überlegung, ob das Unternehmen vor dem Pflegedienstverkauf von einem Einzelunternehmen in eine GmbH umgewandelt werden sollte. Was dies für den Unternehmensverkauf bedeutet, lässt sich als Unterschied zwischen Asset Deal oder Share Deal darstellen. Ein wichtiger Unterschied zwischen beiden Formen ist die Abschreibung des Kaufpreises und der Nebenkosten, wie Anwaltskosten oder Beratungskosten:

Beim Asset-Deal werden gewisse Wirtschaftsgüter (beim Pflegedienst insbesondere die Kundendatei) übernommen. Der Kaufpreis nebst Nebenkosten lässt sich über die mit dem eigenen Steuerberater und zuständigem Finanzamt abgestimmte Abschreibungsdauer sofort steuermindernd abschreiben. Das bedeutet: Bereits ab dem ersten Wirtschaftsjahr nach dem Pflegedienstverkauf verringert sich die Steuerlast für den Käufer.

Hier ein Beispiel für die mögliche Kalkulation eines Asset Deals:

  • Kaufpreis inklusive Nebenkosten: 500.000 Euro
  • Vereinbarte Abschreibungsdauer: 10 Jahre, per annum werden also 50.000 Euro abgeschrieben und wirken sich somit steuermindernd aus
  • Ergebnis der Einzelunternehmung: 100.000 Euro
  • Zu versteuerndes Ergebnis: 50.000 Euro (100.000 Euro Ergebnis minus 50.000 Euro jährliche Abschreibung)

Pflegedienstverkauf: Unterschiede zwischen Asset Deal und Share Deal

Für einen Pflegedienstverkauf liegt der entscheidende Unterschied zwischen beiden Formen im Zeitpunkt der Abschreibung. Erfahrungsgemäß bevorzugen Existenzgründer den Asset Deal. Die Abschreibung kann dann in den Finanzierungsplan des Existenzgründers eingebaut werden. Verkäufer hingegen profitieren eher von einem Share Deal, da hier die steuerliche Belastung der Einnahmen durch den Verkauf geringer ausfällt. In der Praxis wird dieser Interessengegensatz häufig durch einen vergleichsweise etwas höheren Kaufpreis bei einem Asset Deal ausgeglichen.

Ein weiterer Unterschied ist der Umgang mit den Versorgungsverträgen: Während beim Asset Deal die Versorgungsverträge im vollen Umfang neu beantragt und genehmigt werden müssen, sind beim Share Deal sämtliche Kostenträger über den Wechsel der Geschäftsführung und Gesellschafter umgehend zu unterrichten. In einem separaten Vorgang wird dann die persönliche Eignung und Zuverlässigkeit der neuen Geschäftsführung und Gesellschafter geprüft.

Wurde im Vertrag für einen solchen Fall eine Change-of-Control-Klausel vereinbart, besteht unter Umständen ein Sonderkündigungsrecht für den Vertragspartner. Das heißt: Ein automatischer Übergang der Versorgungsverträge ist auch beim Share Deal nicht garantiert.

Welche Unternehmensform Sie wählen, bleibt schlussendlich Ihnen überlassen. Haben Sie Ihr Einzelunternehmen jahrzehntelang erfolgreich als solches geführt, müssen Sie dieses für den Verkauf nicht in eine GmbH umgestalten. Zwar bietet diese Form theoretisch Vorteile für den Verkäufer, doch lassen sich diese auch im Rahmen eines Asset Deals ausgleichen.

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Stefan Boddenberg ist als Mitglied des Deutschen Gutachter und Sachverständigen Verband e.V. berechtigt, die Bezeichnung "Sachverständiger für Unternehmensbewertung Pflegedienste" zu führen.

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