Unternehmensnachfolge beim Pflegedienst: Das sollten Sie beachten

Sie möchten Ihre Unternehmensnachfolge beim Pflegedienst regeln, aber wissen nicht, wie? Mit meiner jahrelangen Erfahrung in der Branche habe ich mir umfassendes Wissen zum Bestimmen der Unternehmensnachfolge eines Pflegedienstes angeeignet und möchte Sie in dieser Hinsicht unterstützen.

Mehrfach bin ich dieser Tage auf den Beitrag „Reibungsloser Übergang” in der Zeitschrift "Häusliche Pflege" angesprochen worden. Leider enthält dieser mehrseitige Text kaum weiterführende Informationen und liest sich an einigen Stellen tatsächlich eher wie eine Anleitung zum Scheitern einer Unternehmensnachfolge eines Pflegedienstes liest.

So wird etwa empfohlen, bereits vor der Übernahme der Unternehmensnachfolge des Pflegedienstes die Presse zu informieren. Das ist aus professioneller Sicht und mit der Erfahrung einiger Dutzend erfolgreicher Transaktionen nicht sinnvoll und der Garant für das Scheitern. Mein Tipp: Bitte nicht nachmachen!

An anderer Stelle wird die Wertfindung als „Due Diligence” bezeichnet. Das ist so nicht richtig, denn dieser englische Begriff beschreibt nichts anderes als eine sorgfältige Detailprüfung. Diese hat mit der Wertfindung im Kern nichts zu tun. Mein Tipp: erst nachdem Einigkeit hinsichtlich Kaufvertrag, Kaufpreis und weiteren wichtigen Punkten bei der Regelung der Unternehmensnachfolge Ihres Pflegedienstes besteht, wird dem Kaufinteressenten diese Detailprüfung erlaubt. Idealer- und üblicherweise bestätigt diese die zuvor getätigten Angaben des Verkäufers über sein Unternehmen.

Irreführend ist auch die Grundthese: „Die Kriterien Größe und Wachstum sowie Pflegedienstleitung und Personal bestimmen ganz erheblich den Wert eines Pflegedienstes”. Hier wird vernachlässigt, wie wichtig für die Bewertung der unveränderliche Standort des Dienstes ist. Gibt es etwa zwischen Hamburg und der Uckermark keinen signifikanten und wertprägenden Unterschied?

Problematisch wird das gesamte Stück an der Stelle, an welcher der Eindruck entsteht, die PDL sei nur für eine Unternehmensnachfolge des Pflegedienstes geeignet, wenn Sie „gut” ist und die jetzigen Mitarbeiter seien „weitgehend” zu übernehmen. Dabei sollten sich ferner die Arbeits- und Entlohnungs-Konditionen „wenn möglich” nicht verschlechtern. Mein Tipp: Bitte werfen Sie hier einmal einen Blick ins BGB, § 613a, zum Thema Besitzstandswahrung. Es werden nämlich bei der mit weitem Abstand häufigsten Transaktionsart, dem Asset-Deal, unterschiedslos alle Mitarbeiter übernommen zu stets unveränderten Konditionen übernommen. Allein die Mitarbeiter haben ein Recht zum Widerspruch gegen die Übernahme des eigenen Arbeitsverhältnisses - keinesfalls hat der Käufer dieses Recht!

Gänzlich offen bleiben in dem Stück übrigens diese wichtigen Fragen, die sich aus dem Vorgang der Regelung einer Unternehmensnachfolge beim Pflegedienst zwangsläufig ergeben:

  • Wie findet der Verkäufer eigentlich Kontakt zu einem Kaufinteressenten – und bleibt dennoch zunächst anonym?
  • Muss der zu verkaufende Dienst zuvor in eine GmbH umgewandelt werden?
  • Wie unterscheiden sich die Konditionen bei einem Asset-Deal von denen bei einem Share-Deal?
  • Wodurch unterscheidet sich der erstbeste vom wirklich besten Betriebsnachfolger?

Antworten hierzu geben auf das Thema Unternehmensnachfolge beim Pflegedienst spezialisierte Berater und Berufsverbände. Auch einzelne Steuerberatungsgesellschaften haben hier Erfahrung.

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Stefan Boddenberg ist als Mitglied des Deutschen Gutachter und Sachverständigen Verband e.V. berechtigt, die Bezeichnung "Sachverständiger für Unternehmensbewertung Pflegedienste" zu führen.

DGSV
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