Jahresabschluss

Der Jahresabschluss stellt die finanzielle Situation eines Unternehmens zum Ende eines kaufmännischen Geschäftsjahres dar. Nach § 242 HGB besteht der Jahresabschluss mindestens aus zwei Elementen: der Bilanz, sowie einer Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Handelt es sich bei dem Unternehmen um eine Kapitalgesellschaft, wie eine GmbH oder eine UG, ist dem Jahresabschluss zusätzlich ein Anhang hinzuzufügen. Dieser gibt genauere Informationen zu den einzelnen Positionen. Kleine Gewerbe, wie Einzelunternehmen unterhalb eines bestimmten Umsatzes und Jahresüberschusses, sowie Freiberufler sind unter Umständen nicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet, in einem solchen Fall genügt eine Einnahmenüberschussrechnung. Der Jahresabschluss ist innerhalb eines bestimmten Zeitraums fertigzustellen und bei der zuständigen Behörde einzureichen. Dieser Zeitraum kann je nach Unternehmensform und -größe variieren.

Der Jahresabschluss erfüllt verschiedene wichtige Funktionen. Er informiert über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und stellt gleichzeitig die Grundlage zur Besteuerung sowie zur Bemessung eventueller Ausschüttungen, wie Dividenden oder Erfolgsbeteiligungen, dar. Neben diesen wichtigen Elementen ist der Jahresabschluss zudem von großem Wert für die Dokumentation, listet er doch die erfolgten Geschäfte und wirtschaftlichen Sachverhalte auf.

Ein Jahresabschluss entsteht, indem zunächst die Konten eines Unternehmens abgeschlossen und für den entsprechenden Zeitraum des Geschäftsjahres ausgewertet werden. Auf diese Auswertung folgt die Erstellung der Abschlussübersicht, in dem die relevanten finanziellen Daten zusammengetragen werden. Im letzten Schritt erfolgt die Feststellung des Jahresabschlusses durch den oder die Gesellschafter (§ 42a GmbHG).

Ist der Jahresabschluss fertiggestellt, kann unternehmensintern oder durch externe Dienstleister eine Analyse erfolgen, bei der verschiedene Kennzahlen berechnet werden. So lassen sich zum Beispiel im Vergleich mit früheren Jahren wichtige Informationen über den Gesamtzustand des Unternehmens gewinnen.

Der Jahresabschluss kann bei einem Unternehmensverkauf ein wichtiger Grundpfeiler für den Erfolg in den Preisverhandlungen sein. Je profitabler die vergangenen Jahresabschlüsse waren, desto größer ist der Vorteil für den Verkäufer. Gleichzeitig sollten keine überzogenen Erwartungen gestellt werde – schließlich ist jeder Jahresabschluss nur eine Momentaufnahme, die durch zahlreiche Faktoren beeinflusst werden kann. Für einen Pflegedienstverkauf sind viele weitere Faktoren entscheidend, die nicht in einem Jahresabschluss auftauchen. Dabei handelt es sich unter anderem um die demographische Entwicklung im Einzugsgebiet oder um die Mitarbeiterstruktur.

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